Freitag, Juni 02, 2017

Donnerstag, Juni 01, 2017

Shame


Erich Kästner: Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt. 
Kaum schrieb man sechs Gedichte, 
ist schon ein halbes Jahr herum 
und fühlt sich als Geschichte. 

Die Kirschen werden reif und rot, 
die süßen wie die sauern. 
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub, 
so sehr wir es bedauern. 

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott. 
Aus Herrlichkeit wird Nahrung. 
Aus manchem, was das Herz erfuhr, 
wird, bestenfalls, Erfahrung. 

Es wird und war. Es war und wird. 
Aus Kälbern werden Rinder 
und, weil's zur Jahreszeit gehört, 
aus Küssen kleine Kinder. 

Die Vögel füttern ihre Brut 
und singen nur noch selten. 
So ist's bestellt in unsrer Welt, 
der besten aller Welten. 

Spät tritt der Abend in den Park, 
mit Sternen auf der Weste. 
Glühwürmchen ziehn mit Lampions 
zu einem Gartenfeste. 

Dort wird getrunken und gelacht. 
In vorgerückter Stunde 
tanzt dann der Abend mit der Nacht 
die kurze Ehrenrunde. 

Am letzten Tische streiten sich 
ein Heide und ein Frommer, 
ob's Wunder oder keine gibt. 
Und nächstens wird es Sommer.

Donnerstag, Mai 11, 2017

Hallelujah!


Donnerstag, Mai 04, 2017

Girl Power!

Quelle: Guardian


Happy STAR WARS Day, Schlansky. May the fourth be with you!


Isle of Dog

.. und in einem Jahr gibt es einen neuen Wes Anderson Film. Und, ja, Bill Murray ist dabei.



Simpsons Couch Gag: LA-Z Rider

Mittwoch, Mai 03, 2017

Montag, Mai 01, 2017

Erich Kästner: Der Mai

Im Galarock des heiteren Verschwenders, 
ein Blumenzepter in der schmalen Hand, 
fährt nun der Mai, 
der Mozart des Kalenders, 
aus seiner Kutsche grüßend, über Land. 

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken. 
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain. Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken. 
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein. 

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten. 
Die Birken machen einen grünen Knicks. 
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten, 
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks. 

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle. 
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei. 
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle. 
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai! 

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern. 
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee. 
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern. 
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh. 

Er nickt uns zu und ruft: "Ich komm ja wieder!" 
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold. 
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder. 
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.