Montag, Dezember 11, 2017

Why?


Freitag, Dezember 08, 2017

Gutes muss nicht teuer sein...




A GHOST STORY

"anstatt eine wirkliche Geschichte zu erzählen, macht der Film das unerbittliche Vergehen der Zeit und die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz spürbar. Und doch beharrt Lowery, der diesen Film nach seinen eigenen Worten in einer existenziellen Krise machte, auf dem Wert von Liebe und Nähe.
Angesichts der Unfassbarkeit von Raum und Zeit, der Endlichkeit allen menschlichen Lebens auf der Erde, der Endlichkeit mithin des gesamten bekannten Universums bedeutet ein kleiner Zettel mit einem Gedicht oder ein paar Gedanken, versteckt in einem Riss in der Wand, alles."

Oliver Kaever in DIE ZEIT

Wochenende!




YouTube-Kommentare zu dem Titelsong I GET OVERWHELMED des Films A GHOST STORY

"Best emotional pie eating scene of 2017"

"I can't stop listening to this. I need help."

"What the hell just happened in that theatre"

Freitag, Dezember 01, 2017

The Disaster Artist





Redrum Christmas at the White House


Das Internet hat macht sich eine Freude daraus, die gruseligen Aufnahmen von Melania Trump bei der Dekoration ihrer festung der Einsamkeit anzupassen.




Aber am besten geht das mit dem offiziellen Video, dass das weiße Haus zu Melanias Weihnachtsdeko-Aktion veröffentlicht hat - wenn man den richtigen Soundtrack unterlegt. Etwa von
...

The Shining:



Halloween:



The Exorcist:



Stranger Things:










Dienstag, November 28, 2017

Your Mom talks to Megan Fox


Donnerstag, November 02, 2017

Just kidding


Mittwoch, November 01, 2017

Target

Donnerstag, Oktober 26, 2017

If Caleb was here

Mittwoch, Oktober 25, 2017

Jim and Andy

Dienstag, Oktober 24, 2017

The racist Clown

Sonntag, Oktober 08, 2017

The Joy of YouTube Comments


Autumn Cologne









Freitag, Oktober 06, 2017

Wochenende!

Montag, Oktober 02, 2017

Autumn Cologne


Freitag, September 29, 2017

Wochenende!

Dienstag, September 26, 2017

Go the f*** to sleep


Freitag, September 15, 2017

Genau


Mittwoch, September 13, 2017

Sonntag, August 13, 2017

Freitag, August 11, 2017

Soso


Ernst Jandl: ottos mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

Hierzu
Robert Gernhardt
:
Enzensbergers Exeget
enzensbergers exeget hechelt
enzensberger: geh her exeget
enzensbergers exeget fleht
enzensberger: nee exeget nee
enzensbergers exeget kleckert
enzensberger: Ekel erregend
enzensbergers exeget quengelt:
elender enzensbergerexegetenschelter
enzensberger: nervender esel
enzensbergers exeget flennt
enzensberger: hehehe

Dienstag, August 08, 2017

Übelst korrekt

Nico Kaiser hat das Instagram-Profil www.instagram.com/nico. Der Name ist so schön kompakt, dass viele Leute daran interessiert sind, ihn zu bekommen - auch wenn er in sein Profil schreibt, dass er den Namen nicht verkauft, verleiht oder so verschenkt und darum bittet, nicht nachzufragen.

Eine Sammlung der schönsten Nachfragen derer, die das dennoch tun, veröffentlicht er im tumblr-Blog canihaveyourinstagramname. Weltklasse Unterhaltung.


Montag, August 07, 2017

CENTURY

Die tolle (Leslie) FEIST ist eine der bemerkenswertesten Musikerinnen unserer Zeit. Ihr Gitarrenspiel, der fragile Gesang, das Songwriting. Einfach speziell. Durch Zufall - und den Usmtand, das einer ihrer Songs für einen APPLE-Werbeclip verwendet wurde - wurde sie zu einem Weltstar, ihr Album THE REMINDER verkaufte sich für Hulle. Mit dem im Vergleich viel leiseren und sperrigeren METALS nahm sie wieder ihren Platz als Indiependent Queen ein.

Das nach jahrelanger Pause unlängst veröffentlichte neue Album PLEASURE ist noch eine Spur sperriger, skizzenhafter. Und auch wieder spezielle Kunst. Das Video zum Song CENTURY ist großartig.




Freitag, August 04, 2017

Tag des Bieres


Wochenende!


Dienstag, August 01, 2017

Erich Kästner: Der August

Nun hebt das Jahr die Sense hoch 
und mäht die Sommertage wie ein Bauer. 
Wer sät, muß mähen. Und wer mäht, muß säen. 
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun 
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten. 
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun, 
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n, 
die eine Reise in die Hauptstadt machten. 

Wann reisten sie? Bei Tage kaum. 
Stets leuchteten sie golden am Stakete. 
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum? 
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum 
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte? 

In Büchern liest man groß und breit, 
selbst das Unendliche sei nicht unendlich. 
Man dreht und wendet Raum und Zeit. 
Man ist gescheiter als gescheit, 
das Unverständliche bleibt unverständlich. 

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld. 
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille. 
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille. 
Wie klein ist heut die ganze Welt! 
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ... 

Nichts bleibt, mein Herz. Bals sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht, 
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer. 
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Dienstag, Juli 25, 2017

The Mooch loves the President (Ok?)

In der New York Times seziert Maureen Downd gnadenlos den neuen Kommunikationschef des Weißen Hauses, Anthony Scaramucci und dessen schmierige Ranschmeiße an US- Präsident Trump.
"(...) in his first turn at the White House podium Friday, the natty Scaramucci easily outdid Spicer, who in his first outing had upset the president by wearing a suit that was too big.
The Mooch instantly showed he knew the point of his job was not communicating with the reporters assembled before him. The point was communicating with the needy egomaniac in the Oval Office.
“But here’s what I tell you about the president,” Scaramucci said. “He’s the most competitive person I’ve ever met. O.K. — I’ve seen this guy throw a dead spiral through a tire. I’ve seen him at Madison Square Garden with a topcoat on, he’s standing in the key and he’s hitting foul shots and he’s swishing them, O.K.? He sinks three-foot putts.”
And not only that.
“The president has really good karma, O.K.?”
Scaramucci used big brush strokes to paint a portrait of his skyscraper-high regard for Trump, even though it was a mere two years ago that he was dismissing Trump on Fox News as a “hack politician” with “crazy rhetoric” that was “anti-American” and “very, very divisive.”
The Daily Beast reported that, hours after he got the White House job, Scaramucci deleted his old tweets praising Hillary, calling her “the real deal.”
On Friday, it was all Trump love.
First, he instructed about the “disconnect between the way we see the president and how much we love the president and the way some of you perhaps see the president.”
Then he just spit it out: “I love the president.”
Then he added: “But I love the president and I’m very, very loyal to the president. And I love the mission that the president has.” And then he added, “I love the president.” Then: “But here’s what I will tell you, O.K.? I love the president.”


Freitag, Juli 21, 2017

Mittwoch, Juli 19, 2017

Gesetze in Deutschland: Schlichtheit ist Schönheit

"Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt."
Bürgerliches Gesetzbuch, §961 Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen
Quelle: Pixaby


Dienstag, Juli 18, 2017

Running


Samstag, Juli 01, 2017

Erich Kästner: Der Juli

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur. 
Die Menschheit geht auf Reisen 
oder wandert sehr oder wandelt nur. 
Und die Bauern vermieten die Natur zu sehenswerten Preisen. 

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer, 
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr 
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese. 
Limousinen rasen hin und her und finden und finden den Weg nicht mehr zum Verlorenen Paradiese. 

Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort 
auch die künftigen Brötchen und Brezeln. 
Eidechsen zucken von Ort zu Ort. 
Und die Wolken führen Regen an Bord 
und den spitzen Blitz und das Donnerwort. 
Der Mensch treibt Berg- und Wassersport und hält nicht viel von Rätseln. 

Er hält die Welt für ein Bilderbuch mit Ansichtskartenserien. 
Die Landschaft belächelt den lauten Besuch. 
Sie weiß Bescheid. 
Sie weiß, die Zeit 
überdauert sogar die Ferien. 

Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon 
von hier beginnt das Märchen. 
Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn, 
ruht ein zerzaustes Pärchen. 
Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn. 
Hier steigen und sinken die Lerchen. 

Das Mädchen schläft entzückten Gesichts. 
Die Bienen summen zufrieden. 
Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts. 
Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts 
in den Wald und zieht, durch den Schluß 
des Gedichts, 
wie in alten Zeiten gen Süden

Freitag, Juni 02, 2017

Donnerstag, Juni 01, 2017

Shame


Erich Kästner: Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt. 
Kaum schrieb man sechs Gedichte, 
ist schon ein halbes Jahr herum 
und fühlt sich als Geschichte. 

Die Kirschen werden reif und rot, 
die süßen wie die sauern. 
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub, 
so sehr wir es bedauern. 

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott. 
Aus Herrlichkeit wird Nahrung. 
Aus manchem, was das Herz erfuhr, 
wird, bestenfalls, Erfahrung. 

Es wird und war. Es war und wird. 
Aus Kälbern werden Rinder 
und, weil's zur Jahreszeit gehört, 
aus Küssen kleine Kinder. 

Die Vögel füttern ihre Brut 
und singen nur noch selten. 
So ist's bestellt in unsrer Welt, 
der besten aller Welten. 

Spät tritt der Abend in den Park, 
mit Sternen auf der Weste. 
Glühwürmchen ziehn mit Lampions 
zu einem Gartenfeste. 

Dort wird getrunken und gelacht. 
In vorgerückter Stunde 
tanzt dann der Abend mit der Nacht 
die kurze Ehrenrunde. 

Am letzten Tische streiten sich 
ein Heide und ein Frommer, 
ob's Wunder oder keine gibt. 
Und nächstens wird es Sommer.

Donnerstag, Mai 11, 2017

Hallelujah!


Mittwoch, Mai 10, 2017

vertrag, vertragsähnlich, dinglich deliktisch

Staatsexamen, Alter!


Donnerstag, Mai 04, 2017

Girl Power!

Quelle: Guardian


Happy STAR WARS Day, Schlansky. May the fourth be with you!


Isle of Dog

.. und in einem Jahr gibt es einen neuen Wes Anderson Film. Und, ja, Bill Murray ist dabei.



Simpsons Couch Gag: LA-Z Rider

Mittwoch, Mai 03, 2017

Montag, Mai 01, 2017

Erich Kästner: Der Mai

Im Galarock des heiteren Verschwenders, 
ein Blumenzepter in der schmalen Hand, 
fährt nun der Mai, 
der Mozart des Kalenders, 
aus seiner Kutsche grüßend, über Land. 

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken. 
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain. Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken. 
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein. 

Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten. 
Die Birken machen einen grünen Knicks. 
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten, 
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks. 

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle. 
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei. 
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle. 
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai! 

Melancholie und Freude sind wohl Schwestern. 
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee. 
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern. 
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh. 

Er nickt uns zu und ruft: "Ich komm ja wieder!" 
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold. 
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder. 
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

Sonntag, April 30, 2017

Montag, April 24, 2017

(inaudible)

Aus dem Lehrbuch: Attention Deficit Disorder. Beispiel: Siehe Transkript des AP-Interview mit Trump, POTUS oder 45, wie ihn manche nennen, die seinen Namen nicht aussprechen/schreiben wollen.

AP: Do you feel that one of the things with cable is there's such real-time reaction with everything you say?
TRUMP: Yeah.
AP: Can you separate that sometimes from that actual decision?
TRUMP: The one thing —
AP: That you have to do —
TRUMP: OK. The one thing I've learned to do that I never thought I had the ability to do. I don't watch CNN anymore.
AP: You just said you did.
TRUMP: No. No, I, if I'm passing it, what did I just say (inaudible)?

Donnerstag, April 06, 2017

Moscow


Samstag, April 01, 2017

Erich Kästner: Der April

Der Regen klimpert mit einem Finger
die grüne Ostermelodie.
Das Jahr wird älter und täglich jünger.
O Widerspruch voll Harmonie!

Der Mond in seiner goldnen Jacke
versteckt sich hinter dem Wolken-Store.
Der Ärmste hat links eine dicke Backe
und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.
Auch diesmal ist es dem März geglückt:
er hat ihn in den April geschickt.
Und schon hoppeln die Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben.

Dort legen sie Eier, als ob's gar nichts wäre,
aus Nougat, Krokant und Marzipan.
Der Tapferste legt eine Bonbonniere,
er blickt dabei entschlossen ins Leere -
Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan!

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
Hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.

Da kräht der Hahn den Morgen an!
Schwupp sind die Hasen verschwunden.
Ein Giebelfenster erglänzt im Gemäuer.
Am Gartentor lehnt und gähnt ein Mann.
Über die Hänge läuft grünes Feuer
die Büsche entlang und die Pappeln hinan.
Der Frühling, denkt er, kommt also auch heuer.
Er spürt nicht Wunder noch Abenteuer,
weil er sich nicht mehr wundern kann.

Liegt dort nicht ein kleiner Pinsel im Grase?
Auch das kommt dem Manne nicht seltsam vor.
Er merkt gar nicht, dass ihn der Osterhase
auf dem Heimweg verlor.

Herzlichen Glückwunsch, Elmar


Herzlichen Glückwunsch, Elmar


Montag, März 13, 2017

Erich Kästner: Der März

Sonne lag krank im Bett.
Sitzt nun am Ofen.
Liest, was gewesen ist.
Liest Katastrophen.

Springflut und Havarie,
Sturm und Lawinen, -
gibt es denn niemals Ruh
drunten bei ihnen.

Schaut den Kalender an.
Steht drauf: " Es werde!"
Greift nach dem Opernglas.
Blickt auf die Erde.

Schnee vom vergangenen Jahr
blieb nicht der gleiche.
Liegt wie ein Bettbezug
klein auf der Bleiche.

Winter macht Inventur.
Will sich verändern.
Schrieb auf ein Angebot
aus andern Ländern.

Mustert im Fortgehn noch
Weiden und Erlen.
Kätzchen blühn silbergrau.
Schimmern wie Perlen.

In Baum und Krume regt
sich's allenthalben.
Radio meldet schon
Störche und Schwalben.

Schneeglöckchen ahnen nun,
was sie bedeuten.
Wenn du die Augen schließt,
hörst du sie läuten.

Montag, Februar 13, 2017

The end is coming

Donald Trump mag ein undisziplinerter, dummer, eingebildeter, selbstgefälliger, angeberischer Teenager, Angeber, Einfaltspinsel sein - aber die Vögel, die ihn umkreisen rangieren von "verschlagen" bis "pure evil": Stephen Bannon, Kellyanne Conway und die 100 Reiter der Apokalype. Während Stephen Bannon zu den Rechtsradikalen gehört, die meinen, die letzte Linie zwischen dem Ende der Welt und der rettenden Aussicht einer weißen Vorherrschaft zu sein, ist der gerade mal dreißigjährige, unter dem rassistischen angehenden Bundesanwalt Jeff Sessions großgewordene, Graf Zahl Darsteller,  Stephen Miller offensichtlich Anakin Skywalker auf Chrystal Meth. Die plumpe Unverstelltheit, mit der er Trump zum präponten Über-Erdogan ausruft ist atemberaubend - in seinen Stumpfsinn ebenso wie in der wadenbeißerischen Aggressivität

 vermeintlichen

Mittwoch, Februar 01, 2017

Erich Kästner: Der Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

Sonntag, Januar 01, 2017

Erich Kästner: Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Neujahrslied

Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten,
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.

Und wo manche Thräne fällt,
Blüht auch [eine] Rose,
Schon gemischt, noch eh' wir's bitten,
Ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Loose.

War's nicht so im alten Jahr?
Wird's im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken geh'n und kommen wieder,
Und kein Wunsch wird's wenden.

Gebe denn, der über uns
Wägt mit rechter Waage,
Jedem Sinn für seine Freuden,
Jedem Mut für seine Leiden,
In die neuen Tage.

Jedem auf des Lebens Pfad
Einen Freund zur Seite,
Ein zufriedenes Gemüthe,
Und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung in's Geleite.

Johann Peter Hebel - Neujahrslied