Sonntag, Oktober 07, 2012

Romney 1 : Obama 0

Nur noch wenige Wochen bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Trotz der weiterhin schwierigen Lage der US Wirtschaft, sah die Situation für Barack Obama recht einfach aus: Der Herausforderer der Republikaner Mitt Romney hatte seit Beginn seiner Kampagne mit seinem Image als kalter Finanzhai und seinem hölzernen Auftreten zu kämpfen.

Alle Nase lang trat Romney in Fettnäpfchen. So erklärte er einem Wähler, der verlangte, man solle den Menschen und nicht den Firmen helfen, "Corporations are people, my friend." Zuletzt wurde ein Mitschnitt einer Rede bei einem Spenden-Dinner bekannt, bei der Romney davon sprach, dass 47% der Wähler ohnehin Obama wählten und er sich um diese Wähler nicht kümmern müsse. Diese seien vom Staat abhängig und seien der Ansicht, sie hätten ein Anrecht auf Nahrung u.a.


So oder so schien klar, dass der lässige Barack den langweiligen, ungeschickten Romney in einer Debatte locker einpacken würde. Von wegen! Bei der ersten von insgesamt drei Debatten wirkte Obama defensiv. Romney dagegen schien angriffslustig und rhetorisch hervorragend vorbereitet. Obama nutzte keine Gelegenheit, Romney anzugreifen, wies auf keine der offensichtlichen Wechsel in seinen Positionen hin, wie etwa die in der Debatte erhobene Behauptung Romneys, er wolle keine Steuererleichterungen für Wohlhabende. 

In einem Kommentar in der Washington Post führt Dana Milbank das Debakel auf die mangelnde Erfahrung und Praxis des Präsidenten zurück, seine Positionen in der direkten Auseinandersetzung zu formulieren und zu verteidigen. Selbst George W. Bush hat mehr Pressekonferenzen gegeben, als Cool Barack. Zudem sei Obama von Ja-Sagern umgeben, die ihm die Aufgabe, sich vorzubereiten, nicht abverlangt haben. Das nächste Mal sollte er sich dieser Zumutung unterziehen.