Sehr gutes, betroffen machendes Feature im Deutschlandfunk über strukturelle Ungerechtigkeit im US-Justizsystem.
Dazu: Sehr gute DLF-Rezension des Buches "Ohne Gnade" von Bryan Stevenson über dasselbe Thema.
Mittwoch, Dezember 16, 2015
Dienstag, Dezember 15, 2015
Sonntag, Dezember 06, 2015
Chanukkah Sameach!
Tell your friend Veronica
It's time to celebrate Chanukah
I hope I get a harmonicah
Oh this lovely, lovely Chanukah
So drink your gin and tonicah
And smoke your marijuanikah
If you really, really wannakah
Have a happy, happy, happy, happy Chanukah
Samstag, Dezember 05, 2015
Leckomio
Im Kölner Stadt Anzeiger kommentiert Stefan Sauer den "Shit Storm", der gerade über den Schokoladen Hersteller LINDT herabregnet, weil er auf seinem Adventskalender vermeintlich eine Moschee und islamische Motive verwende - anstatt christliche Symbolik, da zum Wiegenfest des Herren eine Kirche dahingehöre,
nicht dieses ausländische Zeugs.
Lindt habe, schreibt Sauer,
Lindt habe, schreibt Sauer,
"ganz im Ernst, das Design unter Hinweis auf die morgenländischen Ursprünge des Christentums verteidigt; und damit leider die Chance einer klaren Ansage verpasst: Nehmt halt andere Schokolade. Und leckt uns mal."
Klartext
Schlecky Silberstein übersetzt, was AfD-Chefin Frauke Petry meinte, als sie die gestiegene Zahl von Gewalttaten mit rassistischen Hintergrund mit der gestiegenen Zahl an Flüchtlingen erklärte. (#ScheisseimHerzen)
Freitag, Dezember 04, 2015
Mittwoch, Dezember 02, 2015
Germany Breaking Bad III: Kollektive Wut, Gewaltbereitschaft, Demokratiefeindlichkeit
Rechtspopulistische Ansichten sind in der deutschen Bevölkerung weit
verbreitet. Dies geht aus einer durch das Institut für interdisziplinäre
Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld vorgenommenen
Neuauswertung der Daten der „Mitte-Studie“ aus dem letzten Jahr
hervor.
Seinerzeit wurden 2.000 repräsentativ ausgewählte Personen über 16 Jahren befragt. Das Ergebnis der Neuauswertung: Fast jeder zweite Deutsche, nämlich 42 Prozent, zeigt eine gewisse Tendenz zu rechtspopulistischen Einstellungsmustern. 20 Prozent vertreten deutliche rechtspopulistische Einstellungen. Diese sind wiederum in den ostdeutschen Bundesländern weitaus verbreiteter. Dabei sind sich viele dieser Menschen ihrer politischen Ausrichtung nicht bewusst, oder verleugnen diese. Sich selbst verorten sie "in der gesellschaftlichen Mitte". „Anhand der Daten kann man nachvollziehen, was Bürger in die Arme von Rechtspopulisten treibt“, sagt Andreas Zick, einer der Autoren der Studie „Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland“: „Wut auf die Veränderungen etwa durch Einwanderung, Verachtung für `die da oben´ in Politik, Wirtschaft und Medien sowie Abwertung all derer, die schwächer sind, denen aber unterstellt wird, den eigenen Status vermeintlich zu bedrohen.“ (FES) Alarmierend ist, dass diese kollektive Wut und Abwertungsbereitschaft eng mit Gewaltakzeptanz verknüpft ist.
Damit sind die Konturen von PEGIDA, AfD und Co umrissen: Die Abwertung sozialer Gruppen, ein „Law-and-Order-Autoritarismus“, Misstrauen in die Demokratie, Antisemitismus, die Befürwortung von Etrabliertenvorrechten, Nationalismus, eine Anti-EU-Haltung sowie eine „kollektive Wut und Gewalt“.
Seinerzeit wurden 2.000 repräsentativ ausgewählte Personen über 16 Jahren befragt. Das Ergebnis der Neuauswertung: Fast jeder zweite Deutsche, nämlich 42 Prozent, zeigt eine gewisse Tendenz zu rechtspopulistischen Einstellungsmustern. 20 Prozent vertreten deutliche rechtspopulistische Einstellungen. Diese sind wiederum in den ostdeutschen Bundesländern weitaus verbreiteter. Dabei sind sich viele dieser Menschen ihrer politischen Ausrichtung nicht bewusst, oder verleugnen diese. Sich selbst verorten sie "in der gesellschaftlichen Mitte". „Anhand der Daten kann man nachvollziehen, was Bürger in die Arme von Rechtspopulisten treibt“, sagt Andreas Zick, einer der Autoren der Studie „Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland“: „Wut auf die Veränderungen etwa durch Einwanderung, Verachtung für `die da oben´ in Politik, Wirtschaft und Medien sowie Abwertung all derer, die schwächer sind, denen aber unterstellt wird, den eigenen Status vermeintlich zu bedrohen.“ (FES) Alarmierend ist, dass diese kollektive Wut und Abwertungsbereitschaft eng mit Gewaltakzeptanz verknüpft ist.
Damit sind die Konturen von PEGIDA, AfD und Co umrissen: Die Abwertung sozialer Gruppen, ein „Law-and-Order-Autoritarismus“, Misstrauen in die Demokratie, Antisemitismus, die Befürwortung von Etrabliertenvorrechten, Nationalismus, eine Anti-EU-Haltung sowie eine „kollektive Wut und Gewalt“.
Germany Breaking Bad II: Resilienz
Die FAZ schreibt über den Parteitag der AfD
„Wenn wir Vokabeln wie Rechtspopulisten, ‚Kampf gegen Rechts’, Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus hören, dann wissen wir, wer meistens gemeint ist, und viele von uns ärgern sich zu Recht darüber“, sagt Petry. „Wir sind aber auch ein Stück weit immun geworden gegen eine Debatte, die offensichtlich den politischen Kampf von sogenannt ‚Links’ gegen sogenannt ‚Rechts’ zum Kampf zwischen Gut und Böse erhebt.“ Tatsächlich scheint das ideologische Immunsystem der Partei in den vergangenen Monaten eine beträchtliche Resilienz entwickelt zu haben. Nicht nur Höcke, auch andere Funktionäre legen ihre Hemmungen ab, weil ihnen der Applaus damit sicher ist – und Maßregelungen ausbleiben.
Als etwa der niedersächsische Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel in den Saal ruft, er fordere eine allgemeine Wehrpflicht für alle syrischen und irakischen Männer zwischen 18 und 45 Jahren, also Bürgerkriegsflüchtlinge nach der Genfer Konvention, um sie in den bewaffneten Kampf gegen den „Islamischen Staat“ zu schicken – da jubeln die Delegierten. Noch während des Parteitages kritisiert auch Pretzell in dem sozialen Netzwerk Facebook, dass syrische Männer nicht für das Assad-Regime und damit gegen die eigene Zivilbevölkerung kämpfen: „Täglich kommen hunderte wehrpflichtige Syrer nach Deutschland und erhalten hier Versorgung und Schutz. Jetzt möchte die Bundesregierung 1200 deutsche Soldaten in den Einsatz nach Syrien schicken.“ Seine Anhänger loben die Äußerung. „Hier werden Deserteure geschützt, die vor ein Kriegsgericht gestellt werden müssten – in Syrien“, schreibt eine Sympathisantin."
Germany Breaking Bad
"Die selbsterklärte „Herbstoffensive“ der AfD: Das waren im wesentlichen Demonstrationen, auf denen die Anhängerschaft dieser Partei Wut, Hass und einen nicht mehr zu übersehenden Hunger nach Gewalt zeigte. Unterschiede zu Pegida sind kaum mehr zu erkennen. Die Symbole und Fahnen, die in Dresden herumgeschleppt werden, sind vielfältiger – sozusagen ausgefuchster, weil praktisch nichts ausgelassen wird an anspielungsreichen extremistischen Bekenntnissen. Eindeutig nationalsozialistische Symbole sind nun einmal verboten. Man geht so nah heran wie irgendmöglich (...)Man sollte Pegida und AfD-Demonstranten beim Wort nehmen: „Wir sind das Volk“ – das ist der Slogan einer völkischen Bewegung. Er hat nicht mehr dieselbe Bedeutung wie in den letzten Tagen der DDR, als bald „Wir sind ein Volk“ daraus wurde. Wir sind das Volk, das heißt heute: die anderen nicht. Die sind Volksschädlinge, Feinde des Volkes. An ihrer Spitze steht die Bundeskanzlerin. „Merkel muss weg!“ Alle, die nicht das Volk sind, sollen weg, erst einmal wenigstens mundtot gemacht werden. Das ist der Grund für die Wut auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Sie wird niemals abreißen, denn man will statt der „Lügenpresse“ völkische Beobachter.." FAZ
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