Als ich die Rede von US-Präsident Barack Obama bei der Trauerveranstaltung für die ermordeten Polizisten in Dallas sehe, wundere ich mich einmal mehr über das Rätsel und Wunder, dass die USA, nachdem sie zweimal George W. Bush wählten, zweimal diesen hoch intelligenten afro-amerikanischen Juristen zu ihrem Präsidenten machten.
Sicher, es waren immer knappe Siege. Aber es ist dennoch bewegend, diesen nachdenklichen Philosophen, der in nahezu allen Reden den roten Faden seines Glaubens an den demokratischen Prozess verfolgt, zuzuhören. Wie er ausdauernd die Idee eines engagierten und friedlichen Diskurs und Wettbewerbs politischer Ideen vorträgt, der Gegner und Konkurrenten kennt, aber keine Feinde.
Der vor dem Hintergrund der Tatsache wiederholter grausamer Verbrechen, Attentate und der in Mediennetzwerken, Fernsehsendern, Radio-Shows, in den Verlautbarungen auf Veranstaltungen verstärkten hasserfüllten, ekstatischen Huldigungen der Aggression weiterhin dafür wirbt, die Hoffnung nicht aufzugeben, die Schultern nicht hängen zu lassen, sondern sich zu engagieren.
Ein großartiger Präsident, ein tiefer Denker und ein überragender Redner.
Es ist allerdings eine Mutprobe, die beklemmende Peinlichkeit zu ertragen, wie George W Bush seinem unbedarft-kindlichem Gemüt folgend, bei "Battle Hymn of the Republic" mit ihrem "Glory Hallelujah" mit sonnigem Strahlen auf dem Gesicht zu schunkeln beginnt (ab 1 Std. 50).
Er meint es nicht böse. Er freut sich einfach. Unfassbar, dass die größte Militärmacht der Welt dieses Sonnenscheinchen (mit Darth Cheney im Nacken, versteht sich) ins Oval Office setzte.
Sonntag, August 21, 2016
Vokabelliste
"America's Rejection of the Politics of Barack Obama"
portentous: unheilvoll, unheilverkündendvertiginous: schwindelerregend
insurgency: Aufruhr
But the two most dramatic and portentous campaigns of the year, Donald Trump’s vertiginous win and Bernie Sanders’s astonishing insurgency, both flew in the face of the Obama era’s premises.
redemptive: erlösend
"The Obama style had two pillars. He brought to apotheosis the American political tradition of redemptive constitutionalism."
pronounce: verkünden, ankündigen, erklären, aussprechen
"In one respect, Obama’s victory and inauguration unavoidably embodied a version of this idea: a black man speaking the constitutionally prescribed oath, as Lincoln had done, and invoking the Declaration of Independence, not to promise equality but to pronounce it."
deferential: ehrerbietig
"The Obama administration has been intensely deferential to the expertise of conventional authorities"
repudiate: ablehnen, verwerfen, zurückweisen
"a political rebellion against the Trans-Pacific Partnership drove even Hillary Clinton to repudiate it while campaigning."
insurgent: aufrührerisch
"The insurgent campaigns have insisted, in very different ways, that distributive conflicts remain inevitable in politics."
coalesce: verschmelzen
"At the same time, activists on the left and, especially, young people mobilized by police violence against black men coalesced in new movements."
upper echelon: Führungsetage
"a vast share of new growth in recent decades has gone to a tiny upper echelon of high-earners and to the already wealthy."
entangled: verwickelt, verwoben pregnant: bedeutungvoll
"It is the misfortune of the present to face these two prospects entangled in a single pregnant moment."
Mittwoch, August 17, 2016
The Donald Trump Shit Show: End Game
Donald Trump hatte nie vor, Präsident zu werden, so die These von US-Dokumentarfilmer Michael Moore. Was als Publicity Stunt begann, um seinen Medien-Wert und seine Verhandlungsposition als TV-Marke zu steigern wurde unvorhergesehenermaßen eine Lawine. So begeistert Trump war, so bedrückend wurde gleichzeitig die Vision, am Ende vielleicht wirklich diesen langweiligen Job im öden Washington machen zu müssen (Sad!).
"Trump fell in love with himself all over again, and he soon forgot his mission to get a good deal for a TV show. A TV show? Are you kldding – that’s for losers like Chris Harrison, whoever that is (host of “The Bachelorette”). He was no longer king of the dealmakers — he was King of the World! His tiniest musings would be discussed and dissected everywhere by everybody for days, weeks, months! THAT never happened on “The Apprentice”! Host a TV show? He was the star of EVERY TV SHOW — and, soon, winning nearly every primary!And then (...) it finally dawned on him… that “Oh shit!” revelation: “I’m actually going to be the Republican nominee — and my rich beautiful life is f#*@ing over!” (...) It was no longer going to be performance art. He was going to have to go to work."
Moore vermutet, dass Trump versuchte hat durch seine unfassbaren Bemerkungen sich selbst aus dem Rennen zu kegeln (okay?). Und nachdem dies nicht gelungen ist, so Moore weiter, damit er dazu gezwungen werde, für einen anderen republikanischen Kandidaten Platz zu machen, oder, wenn er verliert, es irgendwem anders in die Schuhe schieben zu können. Denn eines werde dieser Mann niemals akzeptieren: in der Wahlnacht als Verlierer festgestellt zu werden.
"Many now are sensing the end game here because they know Trump seriously doesn’t want to do the actual job — and, most importantly, he cannot and WILL NOT suffer through being officially and legally declared a loser — LOSER! — on the night of November 8th. Trust me, I’ve met the guy. Spent an afternoon with him. He would rather invite the Clintons AND the Obamas to his next wedding than have that scarlet letter (“L”) branded on his forehead seconds after the last polls have closed on that night, the evening of the final episode of the permanently cancelled Donald Trump Shit-Show."
Making sure that Trump loses
Nachdem US-Dokumentarfilmer Michael Moore in einem elaborierten Artikel dargelegt hat, warum Trump gewinnen wird, hat er nun, wie angekündigt, ein Stück veröffentlicht, in dem er beschreibt, wie dieses Horrorszenarion noch verhindert werden könnte. Ein Schlüssel: Das Hillary-Lager solle nicht zu früh feiern, sondern alle Kraft daran setzen, Menschen an die Urne zu bringen. Denn am Ende zählen nicht Umfrage-Werte, sondern abgegebene Stimmen.
"This election is ONLY about who gets who out to vote, who’s got the most rabid supporters, the kind of candidate who inspires people to get out of bed at 5am on Election Day because a Wall needs to built! Muslims are killing us! Women are taking over! USA! USA! Make My Penis Great Again! Hillary is the Devil! America First! Fetus First! First in Line at the Polls!"
Samstag, August 13, 2016
HEROES-Projekt: Mit Aufklärung für Toleranz, Gleichberechtigung, gelassene Kritikfähigkeit und entspanntere Sexualnormen
Interessantes Interview des Deutschlandradios Kultur mit dem arabisch-israelischen Psychologen Ahmad Mansour über islamistischen Terror, Radikalisiernug und die Frage, wie in der westlichen Gesellschaft mit der islamischen Kultur umzugehen ist. Mansour setzt sich im Projekt HEROES für ein anderes Verständnis von Geschlechtsrollen ein.
"Wir versuchen ihnen neue Geschlechtermodelle anzubieten. Wir sind wie die Jugendlichen auch Leute aus diesem Kulturkreis. Wir sind Muslime. Wir sind Menschen aus patriarchalischen Strukturen mit türkischer, arabischer oder anderer Nationalität und Hintergrund, in Deutschland geboren, aufgewachsen. Und wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass es auch Alternativen gibt, dass meine Ehre nicht von der Jungfräulichkeit meiner Schwester abhängig ist, dass Männlichkeit nicht bedeutet, Frauen zu kontrollieren, sondern auch eine gleichberechtigte Beziehung einzugehen. Das sind Sachen, die die Jugendlichen automatisch von ihren Peer-Groups, manchmal von ihren Eltern, manchmal auch aus irgendeinem religiösen Verständnis irgendwie ausgebildet haben und denken, so muss die Welt laufen. So müssen wir sein. Und dann kommen Leute aus ihrem Kulturkreis mit diesen Rollenspielen und sagen, es geht auch anders. Wir geben Denkanstöße. Wir sind nicht da, um zu sagen, was richtig und was falsch ist, sondern wir wollen mit diesen Jugendlichen in eine Diskussion, einen Dialog gehen."
Mansour fordert eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Islam, die auf bestimmte Werte besteht (Gleichberechtigung, Offenheit und Toleranz gegenüber vielfältigen Lebensformen, Zulässigkeit kritischen Denkens u.v.m.) und nur mit solchen Gemeinschaften, Gemeinden, Moschee-Vereinen zusammenarbeitet, die sich für solche Werte einsetzt oder um diese bemüht.
"Jegliches Islamverständnis, das die Sexualität tabuisiert, das einfache Bilder vermittelt von Schwarz-Weiß – die Muslime sind die Opfer, die anderen sind die Täter –, ein Islamverständnis, das patriarchalisch angelegt ist, das ein Gottesbild zeigt, der immer mit der Hölle arbeitet, der immer bedroht und nicht barmherzig ist, ein Islamverständnis, das kritisches Denken nicht fordert sondern vielleicht untersagt, das besagt dass wir uns nur an dem Buchstaben orientieren sollen, das ist ein Islamverständnis, das zur Radikalisierung führen kann. Diese Debatte müssen wir führen. Ich weiß, es ist gefährlich, wenn ich sage, dass manches Islamverständnis daran schuld ist, weil ich dann auch die Rechte bediene. Aber nur wenn wir diese Debatte in der Mitte der Gesellschaft differenziert und vor allem mit Muslimen führen, können wir die Argumente der Rechten den Rechten wegnehmen. Dann können wir eine Debatte führen, die lösungsorientiert ist. Das schaffen wir nicht mit irgendwelchen Gesetzen, sondern wir schaffen das im Dialog, mit Plattformen, die in der Lage sind, die Probleme beim Namen zu nennen und vor allem nach Lösungen zu suchen."
Mittwoch, August 10, 2016
Dienstag, August 09, 2016
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