Freitag, Mai 25, 2012

Frühstück


A-Karte

In der aktuellen ZEIT findet sich ein schön geschriebener Artikel über den Vorgang Röttgen/Merkel/Altmaier.

Darin wird beschrieben, dass Röttgen und Altmaier ("äußerlich nicht von unmittelbahr einnehmenden Wesen"), gute Freunde, unterschiedliche Karrieren machten. Röttgen wurde Parlamentarischer Geschäftsfürher (PGF), Altmaier wurde Staatssekretär im Innenministerium.
"Das klingt ähnlich, doch liegen Welten dazwischen. Als PGF gehört man zum inneren Kreis der Macht und sitzt in allen wichtigen Runden. Parlamentarischer Staatssekretär, das ist so eine Art Arschkarte mit Goldrand [...]."

Warum ich sprache so Modern?

Spitze: Im aktuellen ZEIT Magazin berichtet der großartige Martenstein von seinen Erfahrungen als Dozent eines Germanistikseminars an einer Uni:
"Germanisten sind sympathische, intelligente, freundliche Menschen. Viele von ihnen können allerdings nicht fehlerfrei Deutsch. (...) Ein typischer Germanistensatz in einer Seminararbeit des Jahres 2012 lautet: »Ich glaube das viele menschen gahr nicht Wissen wie schlimm es, um Die Germanistik, Steht und das bei uns Germaitn Vieles verbessert werden, könnte??« Am Schlimmsten steht es um die Kommas, um Satzzeichen sowie Groß- und Kleinschreibung. Der Fortbestand der freilebenden sibirischen Tiger ist weniger bedroht als der Fortbestand des korrekt gesetzten deutschen Kommas."

Dienstag, Mai 22, 2012

Flexibilität

Flexibilität ist gerade auf dem Schwarzmarkt gefragt.
Jede Menge Eingänge

Sonntag, Mai 20, 2012

Neue Ebene erstellen

Kommentar im öffentlichen Raum: Die Plakate der H&M Bikini-Kampagne wurden mit der Photoshop Palette versehen.  (via I'M NOT ALEXBOGUSKY)

Flasche leer

So kanns gehen: Noch letzte Woche hat man Bayern gegen Dortmund die Pest an den Hals gewünscht und  gegen Chelsea drückt man ihnen die Daumen, als sei es Nationalmannschaft. Das Fußballmagazin 11Freunde hat das Spiel wie immer im LIVE Ticker kommentiert - was einen Unterhaltungswert produziert, dass selbst Fußball-Analphabeten Spaß daran haben.

2.
Bayern gut dabei. Sehr gut sogar. Stürmt hier gleich los wie Effe im P1. Freunde der Sonne.

4.
Schweinsteiger schießt, Cahill wirft sich dazwischen, fällt. Schon jetzt an der Strafraumkante Szenen wie am Strand der Normandie. Aus München: Ihr Guido Knopp

31.
Wenn das hier so weitergeht, ist Lahms notorische Interviewantwort »Wir waren die bessere Mannschaft« endlich mal annähernd richtig. Schon jetzt ein Achtungserfolg.

37.
Es ist ein Gefühl, als würde plötzlich ein Archaeopteryx über den Platz flattern: Chelsea hat eine Chance, zum ersten Mal seit dem Oberen Jura.
     
44.
Ein Champions-League-Finale mit nur einem Teilnehmer. Warum nicht?

67.
Soviel Platz hatte Schweini zuletzt, als er vom Bayern-Jugendinternat in sein erstes Luxus-Loft gezogen ist. Ob er gleich eine Ledergarnitur ins Mittelfeld stellt?

68.
»Bei aller Liebe«, so Wolff Fuss, »das muss bestraft werden.« Kaum abzuschätzen, wie viele SM-Studio-Besitzer sich diesen Satz morgen auf die Visitenkarte drucken.

79.
Das SAT.1-Quiz zum ersten Mal mit einer berechtigten Frage: »Wer trainiert den FC Chelsea?«

90.
Das hässlichste Ergebnis aller Zeiten: 1:1. Und die Chelsea-Fans, die schon dasaßen wie ein Haufen Greise, denen man erst überteuerte Heizdecken verkauft und die man dann an der Rasttätte ausgesetzt hat, sie singen jetzt. Irgendwas Englisches. Arrogantes. Triumphales. Taub müsste man sein.

95.
Mit Verlaub: Das war der beschissenste Elfmeter aller Zeiten. Mindestens aber seit Robbens Elfmeter in Dortmund. Ich bekomme Mitleid bei dem Gedanken, was aus Robben wird, wenn das Ding hier schief geht. Mitleid! Mit Robben! Dieses Spiel macht mich krank.

99.
Wenn es zum Elfmeterschießen kommt und Robben noch mal antritt, fahre ich nach München und spiele bei der Siegesfeier auf seinen Nerven Kontrabass.

118.
Jetzt blendet SAT.1 »The Biggest Loser – Das Finale« ein. Eins muss man ihnen lassen: Unmenschen sind sie.

23:34 Uhr
Und nachdem er Milliarden in diesen Klub gepumpt hat, springt Roman Abramowitsch nur kurz auf, klatscht einmal in die Hände und setzt sich wieder. Die namenlose Herrentorte neben ihm ist emotionaler als ihr Oligarch. Ein Trost immerhin für uns: Geld allein macht nicht glücklich. Und offenbar noch nicht mal Erfolg.

23:41 Uhr
Gesichter wie eine Leverkusener Pokalvitrine: leer.

23:43 Uhr
Jetzt holen die Bayern sich die Silbermedaille ab. Bedeutungsloser als der bronzene Bravo-Otto.

23:54 Uhr
Das Spiel hat so lang gedauert, dass Roberto di Matteo Deutsch gelernt hat. Und rechnen kann er auch noch: »Wahrscheinlich hatten die Bayern mehr Chancen als wir.«

23:56 Uhr
Ich kann mich an drei Tage in meinem Leben erinnern, da ich Fußball für eine Naturkatastrophe gehalten habe: heute, als Griechenland Europameister wurde – und als SAT.1 die Champions-League-Rechte gekauft hat.

00:00 Uhr
Geisterstunde starring Franz Beckenbauer. Er faselt nur noch Silben hervor, die einzig der Melodie nach verraten, dass er betrübt ist. Er hat den Blues. Und die Blues haben den Pokal. Mein Gott, wäre ich gern blau jetzt.  

00:34 Uhr
Wenn Bayern Hertha wäre, könnten wir auf ein Wiederholungsspiel hoffen.
Aber so: Aus. Aus. Der Traum ist aus. Der Fernseher jetzt auch.
Unvorstellbar, dass ich ihn je wieder anschalte.

Donnerstag, Mai 17, 2012

Out of Control

In ihrem sehr interessanten Artikel beschreibt Angela Köckritz in der ZEIT, wie die von außen so geschlossen erscheinenden chinesischen KP größte Mühe hat, das Land zu führen, in dem Regionalbonzen in den Provinzen ihr eigenes Pharaonentum betreiben, sich die Taschen vollstopfen und die eigene Familie begünstigen.
"Die Historiker haben es ausgerechnet: in 20 Prozent der Fälle kamen Dynastien durch Invasionen von außen zu Fall. In 40 Prozent durch eine Volksrevolte. Und in 40 Prozent kollabierte sie von innen. Etwa weil sich die Anwärter auf den Kaiserthron gegenseitig massakrierten. Etwa weil Ministerien ihre eigenen Interessen verfolgten und nicht mehr dem großen Ganzen dienten. Etwa weil sich viele einzelne Beamte und Provinzfürsten nicht dem Machtzentrum verpflichtet fühlten. Das bedeutet nicht, dass morgen das Regime der Kommunistischen Partei zusammenbricht. Doch es verweist auf eine Reihe bedenklicher Verfallserscheinungen.Zum Beispiel in der chinesischen Außenpolitik, in der immer mehr Akteure eine eigene Agenda verfolgen. In einer Studie über Chinas Expansion im Südchinesischen Meer zählte die International Crisis Group elf Abteilungen auf Ministerialebene auf, die dort ihre einzelnen Interessen verfolgen, oft mit schweren internationalen Konsequenzen. Jahrzehntelang hatte Peking in einer Charmeoffensive versucht, Vertrauen zu den südöstlichen Nachbarn aufzubauen. Das gelang, bis es – ausgelöst auch durch chinesische Fischer- und Patrouillenboote – zu Zwischenfällen um Inseln kam, die eine Reihe von Anrainerstaaten für sich beanspruchen. Die Nachbarländer fühlten sich so sehr von China bedrängt, dass sie die USA um Hilfe baten – sehr zum Missfallen Chinas. Doch Chinas forsches Auftreten im Südchinesischen Meer war eben keine in Peking geplante Strategie. Dahinter steckten vielmehr ehrgeizige Provinzfürsten, die in umstrittenen Gebieten Fischgründe oder Tourismusprojekte sichern wollten. Ministerien, die sich auf Kosten anderer Regierungsabteilungen zu profilieren suchen. Ölfirmen, die darauf drängen, dort vermutete Bodenschätze auszubeuten. Regierungsabteilungen, Provinzen, Staatsbetriebe agieren auf eigene Faust. Das Außenministerium ist oft machtlos und wird allenfalls gerufen, um zu schlichten, wenn ein Konflikt zu eskalieren droht. China, so folgert die International Crisis Group, ist sich im Südchinesischen Meer selbst einer seiner größten Feinde." (DIE ZEIT, Nr.19 2012)

Montag, Mai 14, 2012

5:2

Bayern-Dortmund im 11Freunde Liveticker

48. Langerak hat es offenbar satt, dass ihn weltweit kein Schwanz kennt. Aber weil die Bayern partout nicht auf sein Tor schießen, macht er nun, was vor genau 25 Jahren Matthias Rust tat: Er fliegt mit einer Cessna nach Moskau. Wobei sein Moskau das Mittelfeld ist und seine Cessna eine wilder Lauf am Ball vorbei. Sah bescheuert aus. Aber so schreibt man nun mal Geschichte.

72. Die Spannung hier entspricht in etwa den »schönsten Bahnstrecken Deutschlands« nachts im Dritten. Wenn man den Fernseher abschaltet und stattdessen sein Füße zählt.

Denn wenn et Trömmelsche jeiht

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT findet sich wieder mal ein gut geschriebener und vor allem hervorragend recherchierter Artikel, der die Verstrickungen der Stadtsparkasse KölnBonn und dem Oppenheim-Esch-Fonds übersichtlich darstellt. Wenn man das hinter komplexen Briefkastenfirmen-Geflechten steckende offensichtliche Konstrukt (Egal was ist - die Stadt oder Stadtsparkasse zahlt) so klar dargelegt bekommt, fragt man sich, wie das so lange Jahre unbemerkt und ungeahndet laufen konnte. 
"Die Sparkasse musste sich aufgrund ihrer Verschuldung von Besitzwerten trennen. Die Europäische Kommission hatte sie dazu aufgefordert. Also verkaufte sie ihren Golfplatz, diverse Grundstücke und Beteiligungen. Und wer hat das meiste von all dem gekauft? Die Stadt Köln. Natürlich."

Under (Kom)pressure

Männer des Tages

#1 Jürgen Klopp im Gespräch mit der SZ
"Die Huldigungen im Stadion und im Fernsehen - das alles ändert nichts? Klopp: Was denn? An dem Wochenende, an dem wir die Meisterschaft sicher hatten, bin ich Sonntagmorgen wach geworden und war bis Sonntagabend achtmal mit dem Hun
d im Garten, weil der Magen-Darm hatte. Und es hat auch noch geregnet." 

#2 Wolfgang Joop im Gespräch mit der SZ
"Unter anderem entwerfe ich ja auch für den Konzern City, ich habe ein neues Parfum für JOOP! designt, arbeite mit der Galleria Kaufhof zusammen, mache weiterhin Kompressionsstrümpfe und die Kunst will ich auch nicht aufgeben."