Sonntag, Februar 04, 2007

Linktipp du Jour

"Ich glaube, dass eine moderne Gaststätte heute nur existieren kann, wenn folgende Kriterien erfüllt werden:

* TOP - Ambiente
* TOP - Qualität
* TOP - Service
* TOP - Preis - Leistungsverhältnis

Sagt Walburga Roloff, Chefin des "Deutschen Hammer"s in Münster, berühmt für die tadellosen Schnitzel!

Der Name ist schon ... tja ... der Hammer eben. Genau wie die Webseite: www.deutscher-hammer.de

Ich glaube, dass eine moderne Webseite heute nur existieren kann, wenn folgende Kriterien erfüllt werden:

* TOP - Ambiente
* TOP - Qualität
* TOP - Service
* TOP - Preis - Leistungsverhältnis

Le Zitat de Jour

"Mais ma principale formation a été de regarder des films" Sean Ellis

Freitag, Februar 02, 2007

Unbedingt Beinvergleiche!

Franz-Josef Wagner ist ein Genre für sich. Der "Gossen-Goethe", "Hemingway von Herford", "Irving von Iserlohn" schreibt in seiner BILD-Kolumne "Post von Wagner" Briefe zu den Themen, die "die Deutschen" bewegen: Lieber Jürgen Klinsmann ..., Liebe Gesundheitsreform ..., Lieber Kyrill ...,

Das besondere an Wagner ist die krude Mischung, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Macker-Machotum, Sexismus, Boulevard, WK-II-Brachialprosa (die zerfetzten Leiber der Geschundenen Flüchtliche...ich war ein kleines unschuldiges Kind mit zerschlissenen Knien, deren Mutter durch die Gewehrkugeln..), reaktionären und romanto-progressiven Haltungen.

Schönes Stilmittel sind seine Erläuterungen, die in Klammern daher kommen, in ihrer Detailiertheit innerhalb der sich auf wenige Zeilen ergießenden Schlichtheit bizarr daherkommende, ergänzende Sachinformationen, in denen er sein Welt- und Brockhauswissen zum Besten gibt.
Bizarr die Zusammenschau von Dingen, die man so nicht unbedingt in direktem Zusammenhang vermuten würde..

Heute wendet er sich der Nachfolgediskussion um den freiwerdenden Posten der ARD-Sonntagabend-PR-Hostess für Parteitröten mit seiner ganz eigenen Logik zu.

"Es war nicht alles schlecht bei Frau Christiansen. Ich kenne viele, die Christiansen guckten wegen ihrer Beine. Unbedingt Beinvergleiche!"

Entwicklung durch Piraterie

Die Washington Post berichtet, wie der rumänische Präsident Traian Basescu bei der Eröffnung in Bukarest in Anwesenheit von Bill Gates erklärte, dass Piraterie ganz entscheidend bei der Entwicklung der Computer/Internetkultur und IT-Kompetenz in Rumänien war:

"Piracy helped the young generation discover computers. It set off the development of the IT industry in Romania," Basescu said during a joint news conference with Gates.
"It helped Romanians improve their creative capacity in the IT industry, which has become famous around the world ... Ten years ago, it was an investment in Romania's friendship with Microsoft and with Bill Gates."

Gates made no comment."

Sonntag, Januar 28, 2007

Heavy Waxing

Zuletzt in Berlin bei Wah Wah Barton meinte dieser dringend sich den Rücken enthaaren zu müssen. Zu seinem Glück war DIE Wachs-Spezialistin schlechthin gerade anwesend, um die Operation durchzuführen. Da alles berichtenswert ist - hier das Video:


Freitag, Januar 26, 2007

Huis clos

"Geschlossenheit" ist einer von höchstens 10 Begriffen und Allgemeinplätzen, die man beherrschen muss, wenn man Politiker werden will. Gerade vor, während und nach einem Parteitag hallt der "Aufruf zur Geschlossenheit" durch Pressemeldungen und Radiointerviews. Denn vor nichts haben demokratische Parteien mehr Angst, als vor dem Disput, dem Dissens oder gar dem Streit.

Dies wird als "Beschäftigung mit sich selbst", als "Flügelkämpfe" oder "Selbstzerfleischung" gefürchtet und jede/r der/die auch nur in den Ruch kommen, mit ihren Beiträgen sich nicht der Sacharbeit oder dem politischen Gegner zu widmen, wird vorgeworfen, das Geschäft des Gegners zu betreiben. So stellen Parteien Homogenisierungsapparate dar, in denen der Dissens systematisch außer Kraft gesetzt ist, keine Ideen entwickelt, sondern Programme (mit 95%iger Zustimmung) verabschiedet, Kopfnicker (mit Posten) belohnt und Abweichler bestraft werden.

In der Süddeutschen Zeitung beklagt Heiner Geißler - nicht zum ersten Mal - den Niedergang der Streitkultur, verstanden als Ringen um das bessere Argument. In diesem Sinne kommt dem Streit, dem Ringen um das bessere Argument, das kritische wechselseitige Prüfen von Positionen in öffentlicher Debatte unter wechselseitger Anerkennung bestimmter Verfahrensformen und wechselseitig zustimmungsfähigen Kriterien denen zufolge entschieden werden kann, soll und wird, ab welchem Zeitpunkt, nach wieviel argumentativen Durchgängen welche Position sich als überlegen und durchgesetzt betrachten darf (Also wann der"zwanglosen Zwang des besseren Arguments"objektiv jedem, der sich den Regeln des diskursiven Austauschs von Argumenten unterwirft, einsichtig werden muss und daher eine Seite sich durchsetzt. Es ist wie bei Kindern, die sich darum streiten, welches Fernsehprogramm geschaut werden soll. Sie einigen sich auf ein Verfahren, mit dem die Streitfrage entschieden werden soll und mit dem die Rechte beider Seiten gleichmäßig berücksichtigt werden: Sie werfen eine Münze. Wenn nun eine Seite gefallen ist, ist für beide Seiten klar entschieden, wer "Recht" bekommt und seinen Wunsch durchsetzen darf. Die vorgängig erfolgte Einigung über das Verfahren, mit dem eine Entscheidung gefunden werden soll hat die Grammatik geliefert, mit dem der Akt des Münzwurfs als "Satz" interpretiert und verstanden werden kann. Nun hat der Unterlegene nur noch die Möglichkeit, aus dem Diskurs auszusteigen und ein trotzig dennoch auf seinem Anspruch zu bestehen und z.B. handgreiflich zu werden - er verlässt in diesem Fall jedoch die Diskursgemeinschaft und handelt - unvernünftig.), eine "Exzellenz-Funktion" zu. Der Streit ist ein Instrument, um die Stichhaltigkeit von Argumenten, die Tragfähigkeit von Positionen zu prüfen.

"Dadurch wird aber die Exzellenz-Funktion des Streits außer Gefecht gesetzt, personell und inhaltlich die Spreu vom Weizen zu trennen, im Wettbewerb die beste Lösung zu finden. Der Ruf nach Einmütigkeit ist oft nichts anderes als Ausdruck der Furcht, die inhaltlichen und personellen Vorstellungen zur Diskussion stellen zu müssen."

Die Fürther Landrätin Pauli hat mit ihrem entschlossenen und mutigem Auftreten gezeigt, was das wirksamste Gegenmittel dieser dissensfeindlichen Kultur ist: Öffentlichkeit. Ganz gegen die übliche Parteikultur hat sie Vorgänge, die bestenfalls in hinter geschlossener Tür thematisiert werden in die Öffentlichkeit getragen. Auch in der parteiinternen Öffentlichkeit, den Gremiensitzungen, hat sie die übliche Form durchbrochen, und Stoiber direkt angesprochen und damit die (Un)Kultur der Mauschelei durchbrochen.

Der Streit, das Ringen um Argumente hat seinen Platz auf der Agora, dem Marktplatz, wo die Bürger auftreten und ihre Positionen der kritischen, öffentlichen Prüfung stellen.
Dem gegenüber stehen die in Hinterzimmern, von durch kein Verfahren demokratisch legitimierten Gremien und Gesprächsrunden ausgekungelten Absprachen und Kompromisse.

"Wann wird es bei uns endlich aufhören, die Kant’sche Tugend der Aufklärung, nämlich die Fähigkeit, jederzeit selbst zu denken, in das Stigma der Apostasie umzufälschen? In diesem Klima gedeihen die Zuträger, Feiglinge, Mutlosen und Angepassten."

So wird die politisch-argumentative Auseinandersetzung - wenn es sie denn überhaupt noch hinter dem Vorhang gibt und diese nicht schon längst ausschließlich strategischen und logstisch-technokratischen Fragen (also der juristischen Machbarkeit) gewichen sind - vom Pressemitteilungssprech verdrängt. Phrasen ersetzen Argumente. Wohltemperierte Allgemeinplätze ersetzen Inhalte. Was erklären mag, warum nicht selten bestenfalls durchschnittliche Köpfe es in diesem Handlungsfeld erstaunlich weit schaffen können. Wichtiger als der klar denkende Kopf, der hervorragend formulierende Mund und der aufrechte Gang sind das sprichwörtliche dicke Fell, die Entschlossenheit zur Intrige und "Flexibilität" in den Ansichten und Positionen.

Heiner Geißler war i.Ü. einer der ersten Unterstützer und als prominenter Gegenredner aktiver Teilnehmer der ZEIT-Debattiertunrniere: www.zeitdebatten.de

Sonntag, Januar 21, 2007

Adriaaaan!

Rocky! Rocky! Rocky! Als man hörte und las, dass Sylvester Stallone noch einen Rocky-Film, den sechsten in einer qualitativ kontinuierlich absteigenden Folge, macht, dachte man "Braucht er so dringend Geld?". Ähnlich wie man den neuen James Bond-Film als kraftlosen Appendix eines längst erschöpften Konzepts erwartete, blickte man diesem Film entgegen. Und schon bei Casino Royale war man mehr als überrascht, wie dieser Underdog-Film (In Erwartung der x-ten Variation der bekannten Motive, Themen und Schemata war man gelangweilt, als zu hören war, dass genau die erwarteten Muster nicht bedient werden sollten, war man noch mehr enttäuscht - "wie..? Keine Moneypenny? Q? Raketen im Sportwagen?" Damit wäre Bond ein normaler Actionfilm) in die Kinos kam und man einen kolossalen Flop ewartete. Stattdessen begeisterte dieser Film und belebte eine Reihe wieder, die sich selber aufgezehrt hatte. Casino Royal ist der kommerziell erfolgreichste aller Bond-Filme.

"Rocky VI" ist einer der schönsten und bewegendsten Filme, die ich je gesehen habe!"


Nun hört man aber von immer mehr Kritikern, die ROCKY BALBOA nicht nur gut, sondern für hervorragend, nicht nur für den besten der Rocky-Saga, sondern insgesamt für einen der herausragendsten Filme des Jahres halten. Jedenfalls erklärt Alexander Gorkow im Gespräch mit "Sly" gleich zu Anfang: "Rocky VI" ist einer der schönsten und bewegendsten Filme, die ich je gesehen habe!".

Das Sylvester Stallone einiges mehr kann, als für Amerika im Alleingang den Vietnam- Krieg nachträglich gewinnen, zeigte er mit seiner überragenden Leistung in James Mangolds Copland. Wer hätte nach dem Rambo- und Rocky-Ramsch gedacht, Stallone je in einem Bild mit Harvey Keitel und Robert de Niro zu sehen - und ihm zugetraut, gegen diese Typen zu bestehen?

Die Süddeutsche Zeitung hat ihre Wochenendbeilage nahzu komplett Sylvester Stallone gewidmet. Tobias Kniebe schreibt über eine der ikonischsten Szenen, die Hollywood je geschaffen hat: Heute kann niemand mehr auf der sandsteinfarbenen Freitreppe vor dem Philadelphie Museum of Art stehen, "ohne gleichzeitig einen Mann in Sweatshirt und Sweatpants zu sehen, schmutziggrau, eine schwarze Wollmütze auf dem Kopf, Converse Schuhe an den Füßen, die Hände weiß bandagiert. Er spurtet dort hinauf, viele tausend Mal am Tag, er nimmt fünf, sechs Stufen auf einmal, "Gonna fly now, flying high now" jubiliert ein Frauenchor mit Trompetenbegleitung, der Mann tänzelt oben, schlägt ein paar Punches ins Leere und macht einen Luftsprung - im Gefühl seiner überwundenen Qualen, seiner Kraft, seiner schmutziggrauen und trotzdem unbesiegbaren Zuversicht.


Niemand kann da oben stehen, ohne wenigstens für einen Augenblick dieser Mann zu sein. Wer das nicht glaubt, muss nur einmal die Menschen an dieser Treppe beobachtet haben und das, was sie den ganzen Tag dort machen, vom Kleinkind über den intellektuellen Kunstkenner bis hin zur übergewichtigen Rentnerin."

Niemand auf der Welt, der diese Fanfare hört und sich nicht wie ein Champion fühlt:
http://www.apple.com/trailers/mgm/rockybalboa/trailer1

Die offizielle Webseite zum Film unter www.rockythemovie.com

Montag, Januar 15, 2007

Lady de jour

Imogen Heap ist das wundervolle HIDE AND SEEK (hier live) zu verdanken und auch live ist es eine Freude Ihr zuzusehen und zuzuhören.

Samstag, Januar 13, 2007

l'Homme de Jour

Welcher Hollywood Star kann es sich erlauben, sich so fotografieren zu lassen, hat soviel Ironie und gewinnt dabei noch an souveräner Coolness?
Es kann nur einen geben.

Schon wer gesehen hat, wie George Clooney bei den Dreharbeiten zu seinem unterschätzten hervorragendem ersten Film CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND mit einem Sombrero über das Set stapft und im cinephilen Audiokommentar dem bogdanovichesken Experten begeistert lauschte, konnte ahnen: Das ist einer, wie er nur selten daher kommt.

Sonntag, Januar 07, 2007

Dani Levy kriegt aufs Maul

Helge Schneider spielt Hitler. Das muss man sich erstmal vorstellen! Als man diese Meldung las, durfte man auf Großes hoffen. Selbst der Umstand, dass Dani Levy den Film geschrieben und inszeniert hat, konnte die Vorfreude kaum trüben.
Nun ist der Film "Mein Führer" von Dani Levy gerade angelaufen, da hagelt es Kritik und auch Helge Schneider distanziert sich in seinen Interviews deutlich.

Jedoch: Der Trailer ist großartig!

Warum? Weil Helge das macht, was er am besten kann und wobei er am witzigsten ist: Er improvisiert. Schade, dass es kein Helge-Schneider-Film geworden ist.

Jedenfalls beschreibt Claudius Seidl heute in seiner Rezension "Der Untergag" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntags Zeitung, wie er im Kino sitzt und auf die Uhr schaut, in der Hoffnung, "dass der Film endlich mal zum Thema kommen - oder aber sehr bald zu Ende sein möge."

Seidl erkennt an dem Film ein grundsätzliches Problem des Filmemachers Dani Levy: "wenn er in Interviews über seine Arbeit spricht, nicht nur sehr kluge und sympathische Dinge sagt, sondern auch einen Fim entwirft, den man gern gesehen hätte." Tja. Hätte. Die Erfahrung, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist, scheint sich hier, wenn man Seidl Glauben schenken darf, zu bestätigen.

Der Führer kriegt aufs Maul

In einer Szene trainiert Hitler (Helge Schneider), der von einem extra aus einem KZ herbeigeholten jüdischen Berater Grünbaum (gespielt von dem großen Ulrich "Das Spinnennetz" Mühe) für eine letzte große Rede in Form gebracht werden soll und fuchtelt boxenderweise in SA-farbenem Trainingsanzug vor des Trainers Gesicht herum und fragt diesen, warum sich die Juden eigentlich nie wehrten und sich alles gefallen ließen. Da holt Grünbaum aus und schlägt Hitler mit einem sauberen Kinnhaken K.O.

Claudius Seidl: "Das wäre die Szene, wegen welcher man allein ins Kino rennen möchte: Der Führer kriegt vom Juden paar aufs Maul. Nur dass hier Dani Levy alles vermasselt - so ratlos, fast gelähmt, wie Grünbaum danach in Hitlers Zimmer steht, genauso wirkt die Inszenierung, die nicht so recht zu wissen scheint, ob jetzt das Bedrohlich oder das Absurde der Lage auszuspielen wäre, und deshalb keines von beidem tut."

Seidl wirft dem Film vor, Hitler als Opfer von Mißhandlungen durch den Vater darzustellen, der nun "die ganze Welt für seine Seelenschäden haftbar macht - eine Deutung, die man trivial un dgefährlich harmlos nennen möchte, wenn das nicht selber schon wieder so furchtbar trivial wäre. [...]
Es ist in einem freien Land das gute Recht eines jeden, dass ihm zu Hitler nichts einfällt. Aber warum muss so einer dann einen Film darüber drehen?"

So schlecht also der Film zu sein scheint, der Trailer rockt. Anstatt 90 Minuten zu vertändeln also lieber 1 Minute 29 Sekunden Spaß: Der Trailer auf Helge Schneiders Webseite

Die Webseite zum Film unter www.meinfuehrer-derfilm.de