Die britische Regierung hat drei Privatunternehmen - McDonald's, der Fluggesellschaft Flybe sowie Network Rail - das Recht erteilt, Bildungsabschlüsse zu verleihen.
Ab kommenden Herbst können sie Mitarbeiter von der mittleren Reife bis zur Promotion führen und und entsprechende Zertifikate verteilen, die staatlich anerkannt sind.
So eine Steilvorlage lassen sich Journalisten natürlich nicht entgehen:
"Es ist ein Abschlussfilm und man muss doch sehr staunen, dass sie einem auf den Filmhochschulen solche ans Sträfliche grenzenden Kurzschluss-Naivitäten bis heute offenbar nicht austreiben. [...] Wim Wenders selbst, zur Selbstironie denkbar unbegabt und erstaunlich oft an ihr doch sich versuchend, hat, als Künstler und Mensch, seine einfach nur peinlichen Seiten."
"Reemtsma hielt sich jedoch nicht lange mit relativierenden Erläuterungen über Macht oder Medien auf, sondern schlug einen fulminanten soziologisch-historischen Bogen, in dem er jenen Kulturkreis, den wir Moderne nennen, als einzigartigen Sonderfall beschrieb. Während in zahlreichen Gesellschaften Gewalt abwechselnd geboten, verboten oder erlaubt wird, gerät Gewalt in der Moderne unter einen erheblichen Legitimationsdruck. Sie wird zum Problem an sich, und es gehört zur Selbstimagination der Moderne, eine Kultur zu sein, die danach trachtet, die Gewalt abzuschaffen. Das ist ihr allerdings nicht gut gelungen, wie allein die Zivilisationskatastrophen des 20. Jahrhunderts zeigen."
Auf Dauer kann es sich ein 80-Millionen-Land wie Deutschland nicht leisten, alle weniger qualifizierten Arbeiter vor die Tür zu setzen", schreibt Gerd Heldin der WELT.
"Eigentlich passt eine einfache Massenproduktion mit geringer Qualifikation und Wertschöpfung, wie sie im Bochumer Handywerk stattfand, gar nicht in das öffentliche Selbstbild unseres Landes. Im Modell Deutschland, wie es landauf, landab in seltener Einigkeit des gesamten politischen Spektrums präsentiert wird, kommen die angelernten Arbeiter und Arbeiterinnen, die die Nokia-Belegschaft prägen, gar nicht vor. Wer das Wissen und die hohe Qualifikation zur wesentlichen Ressource unseres Landes erklärt, macht die angelernte Arbeit zum Auslaufmodell. Er entwertet die Arbeitstugenden, die in der einfachen Massenproduktion zum Zug kommen und die lange Zeit ganz fraglos soziale Anerkennung fanden." (Die Welt)
"...a fundamental element of human nature is the need for creative work..." Noam Chomsky, 1971 im Gespräch mit Michel Foucault
"Grundsätzlich glaube ich, dass handwerkliche Fertigkeiten auch in einer Dienstleistungsgesellschaft auf ein menschliches Grundbedürfnis verweisen: den Wunsch, eine Arbeit um ihrer selbst willen gut zu machen. [...] Menschen wollen Fertigkeiten erwerben, um etwas, einen Prozess, ein Handwerk, zum Gelingen zu bringen." Richard Sennett
"Was sich aber auch geändert hat, ist das Image des Weiß-Seins, langsam auch in den USA. Weiß sein steht nicht mehr für die dominante Weltmacht, deren Herrschaft man böse und imperialistisch finden konnte, die aber als weiße Macht, als Schutzmacht der ersten Welt unangefochten war. Weiß ist auch nicht mehr die Farbe der globalen kulturellen Hegemonie. Weiß ist heute die Farbe der Peinlichkeit und des Trotteltums." (taz)
"Christian Wulff, der Anti-Koch in Gesicht und Substanz, wirkt nicht verbissen. Er wirkt so freundlich, dass man glaubt, das einzig Schlechte, was man über ihn sagen könne, sei, dass er immer so freundlich wirke. Über Koch aber hat man Urteile und Vorurteile, und auch außerhalb Hessens kennen viele seine Positionen zu kontroversen Themen oder glauben wenigstens, sie zu kennen. Bei Wulff dagegen weiß man, zumindest wenn man seine Tätigkeit nicht mit dem abseitigen Interesse eines Käfersammlers verfolgt, nicht, ob er Positionen hat. Er hat recht hübsche Sakkos." (SZ)