Montag, Mai 31, 2010

Brown is the new green

Stimmungskanone

Aus gegebenem Anlass nochmal hervorgeholt:

"Im Amt von Bundespräsident Horst Köhler herrscht seit einigen Monaten große personelle Unruhe und Unzufriedenheit. Zahlreiche leitende Mitarbeiter im Bundespräsidialamt haben sich deshalb andernorts um Anstellungen bemüht und ihre Posten aufgegeben."

Der ganze Artikel Schlechte Stimmung in Köhlers Amt vom 14. März 2010 in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Medienaufmerksamkeitsökonomie

Ein Blick auf den Titel der TAZ genügt, um zu bestätigen, was man auch intuitiv ahnt: Auch Studienräte, Frauenbeauftragte, WDR-Redakteure, Referenten Politischer Stiftungen orientieren sich mit dem Schwarm: Lena folgt mit ihrem "Gesamtschul-Cockney aus der niedersächsischen Tiefebene" (SZ) Ballacks auf den Fuß. So weit so gähn.

But that's Medienaufmerksamkeitsökonomie. Selbst Haiti, Chinesenselbstmorde oder das Ölleck von BP haben eine Halbwertzeit von 4 bis 12 Wochen. Auch wenn 800,000 und „max.“ 2,23 Mio Liter Öl pro Tag in den Atlantik suppen. Wenn es stetig dabei bleibt und keine Veränderung zum Vorherigen sich als neu wahrnehm- und darstellbares Glied in der Ereigniskette dazu kommt, wandert das Interesse zu irgendeinem anderen Ereignis.

Jetzt kommt das Hochwasser nach Meck-Pomm und Brandenburg - dabei steht aufgrund der gewachsenen Medien- und Rezeptionsroutine im Umgang mit diesem wiederholten Ereignis keine Nachrichtenflut zu erwarten, dann die Fußball WM - das wird BP eine Verschnaufpause geben.

Donnerstag, Mai 27, 2010

Jetzt schon: Wochenende!

Rolling Stones

"Wenn man einem Geologen seine Sprache wegnehmen würde - "das mesozoische Verrucano hat die geosynklinale Phase eingeleitet" -, dann blieben ihm immerhin die Steine. Aber was bleibt dem Soziologen? Nichts. Er lebt von seinem Sprachgebilde und vom Getümmel in demselben. Ich säge an den Wurzeln seiner Existenz, wenn ich ihn auffordere, klares Deutsch zu sprechen. Er ist beleidigt, wenn er von Hinz und Kunz verstanden werden kann."
Wolf Schneider im SPIEGEL

Dienstag, Mai 25, 2010

Aus gegebenem Anlass



Montag, Mai 24, 2010

Geldmangel ist nicht das Problem im deutschen Bildungswesen

"Es hat zwei andere gewaltige Defizite: Es ist ungerecht und ineffizient. Beide Themen hängen zudem eng zusammen. Wir haben schlechtes Timing bei Bildungsinvestitionen und treffen nicht den, der es am nötigsten braucht und am meisten profitiert.

[...] offenbar funktioniert der Bildungserwerb nach dem sogenannten Matthäus-Prinzip: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden.“ Wer schon als Säugling eine stimulierende, stärkende und schützende Umgebung hatte, kann künftige Bildungsangebote besser ausbeuten. Er hat größere Lernraten als der vernachlässigte Altersgenosse. Zugespitzt bedeutet es: Der Behütete bezahlt einmal Steuern, der andere darbt in der Arbeitslosigkeit und beansprucht Transfers. Im schlimmen Fall wird er kriminell.

[...] Doch die staatlichen Investitionspläne Deutschlands folgen einer anderen Logik: Wenig Geld kommt früh und trifft den Nachwuchs der Besserverdiener, viel mehr Geld kommt später und trifft dann ebenfalls diese privilegierten Kinder. Ein Ergebnis der Fehlallokation ist, dass fast ein Viertel der 15-Jährigen in Deutschland nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können.
" (FAS)

Das Phänomen, dass sich die Mittelschicht sich die Bildungsinvestitionen im frühen und im späten Bildungsstadium sichert - und diese Situation retrospektiv naturalisiert und mit unterschiedlichen Begabungen begründet wird, bringt taz-Bildungsredakteur Christian Füller auf die spitze Formel: "bildungsbürgerlicher doppelpass: eltern reservieren gymnasium für wenige kinder - + die fordern später, dass sie umsonst studieren dürfen."

Wer nachhaltig eine Wende im Sozialstaat, Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit will und breitere Bildungsreserven erschließen will, muss die Bedingungen für die Möglichkeit zum Bildungserfolg und den damit verbundenen Zugang zu den Feldern auf denen die Zugangsberechtigungen (Gymnasium) für anschließende, weiterführende Felder zum Erwerb weiterer Zugangsberechtigungen (Studium) zu Entscheiderpositionen und Leitberufen vergeben werden, verbessern. (Bild: gabrielaaa)

Donnerstag, Mai 20, 2010

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bei der BILD: "Seine Frau an einen anderen Mann zu verlieren tut verdammt weh. Seine Frau an eine andere Frau zu verlieren ist die pure Machtlosigkeit."

Was geht

"Wie immer der Prozess ausgeht, ein Messer hat im Bett nichts verloren", rückt Wagner die Dinge richtig.

Mittwoch, Mai 19, 2010

Lebensleistung

(Für größere Ansicht druffklicken)

Biographische Leistungsbilanz in der Kapuzinergruft in Wien