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Montag, Februar 20, 2012

Everything is illuminated

Für das SZ-Magazin interviewte Kristin Rübesamen den 93jährigen Yogi Iyengar und fragte:

Sie behaupten gern, dass Erleuchtung Sie nicht besonders interessiert. Stimmt das denn wirklich?
Ich falle gelegentlich in diesen Zustand, aber ich möchte nicht dauernd in ihm sein. Wenn du erleuchtet bist, kannst du keinen Bus nehmen. Wenn alles eins ist, woher willst du dann wissen, welcher Bus der richtige ist?

Das ganze lesenswerte Interview ist mittlerweile online nachzulesen.

Samstag, Dezember 17, 2011

Anatomie der Talkshow

In der letzten Ausgabe der ZEIT findet sich ein schön geschriebener Artikel des Theaterkritikers Peter Kümmel, der sich alle Talkshows der ARD in einer Woche live angesehen hat.

"Man ahnt, das Manuela Schwesig schon viele Talkshows gesehen haben muss; sie weiß, wie man Applaus erzeugt. (...) Für Politiker aber ist es wichtig, sich mindestens zwei Mal pro Sendung einen Szenenapplaus zu sichern und das müssen sie so hinkriegen, dass niemand ihnen vorwerfen kann, sie handelten im eigenen Interesse. (...)
Sie warten auf eine Bemerkung, sie es ihnen ermöglicht, grundsätzlich zu werden und schrauben sich dann in eine feurige Empörung hinein ("da müssen alle parteipolitischen Spielchen ein Ende haben"), die sich so lange steigert, bis die Zuschauer erfassen, dass dieses Feuer mit anderen Mitteln nicht zu stoppen ist: Sie löschen es also mit Applaus.
Guido Westerwelle (...) zeigte sich stehts als ein Meister dieser Applausgenerierung, er hatte in jeder Talkshow einen Moment, in dem höchste Selbstverleugnung (es geht hier nicht um mich!) und äußerster Selbstgenuss (wer, wenn nicht ich, könnte es so klar sagen!) ineinanderfielen."

Freitag, Dezember 02, 2011

Akklamationsjunkie

"Klammer auf: Haben Chefredakteure so großer Zeitungen nicht genug zu tun, als dass sie mal eben alles stehen und liegen lassen könnten, um drei Tage in London nach der Pfeife eines Akklamationsjunkies zu tanzen? Klammer zu. Dass der Plagiator so eine Eile hat, sich zu exkulpieren, ist verständlich: Sicher will er noch ne Einladung in die Jahresrückblickshows im Fernsehen."

Sigrid Fischer im satirischen Wochenrückblick des Deutschlandfunk.

Donnerstag, Dezember 01, 2011

Lahm - Gutti - Wagner

Der arme Phillip Lahm – muss in die Reha-gel. AUA! Guter Artikel – schlimme Veranstaltung.

Richtigen Erfolg mit seinem Buch hat dagegen der gute Giovanni di Lorenzo,der mit seinem Titel den Grundstein für eine Erfolgsserie gelegt haben dürfte.

Ansonsten gilt – wie so oft – das Wort zum Tage von Franz-Josef Wagner in der BILD: „Hören wir auf, darüber nachzudenken. Es führt zu nichts.“

Freitag, November 25, 2011

Selbsthilfe

"In den Internetforen tauschen sich ja oft Leute aus, die mit dem Leben und seinen Begleiterscheinungen grundsätzlich nicht klarkommen." Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung.

Mittwoch, April 21, 2010

Mover, Shaker, Mixa

„Ich war immer in erster Linie Seelsorger und Priester. Dabei kann es schon sein, dass ich mich nicht akribisch um finanztechnische Fragen gekümmert habe“, hieß es in Augsburg. Dieser Satz könnte rückblickend auch auf jene aufsehenerregende Aktion gemünzt sein, mit der Mixa Ende 2001 auf dem Balkan Schlagzeilen machte. Auf dem Flughafen von Skopje entdeckte der mazedonische Zoll am 29. Dezember etwa 400.000 Mark im Handgepäck des Militärbischofs. Nach eigener Darstellung hatte Mixa lediglich dem Bischof von Skopje eine Gefälligkeit erweisen wollen. Der habe mit Spenden aus Deutschland so sparsam gewirtschaftet, dass noch einiges für künftige Investitionen übrig geblieben war, das nun in Euro gewechselt werden musste." (FAZ)

Montag, März 01, 2010

Meinungsmache

Im SPIEGEL findet sich ein Interview mit dem Guido. Bei der Lektüre der spitzen Frotzeleien ("Wir kriegen in den Medien, einschließlich Ihres fabelhaften Magazins, kräftig was ab.") ahnt man die angespannte Atmosphäre

Auffallend ist zum einen das Foto von dem Guido, das über den Artikel gesetzt wurde. Man darf vermuten, dass der anwesende Fotograf im Laufe des Gesprächs mehrfach auf den Auslöser gedrückt hat.

Dabei werden Bilder zu Stande gekommen sein, die den Guido zeigen, wie er nachdenkt, lächelt, zeigt, freundlich gestikuliert. Aber das letztlich ausgewählte Foto ist gelinde gesagt, unvorteilhaft. Es zeigt den Guido, im Begriff, etwas zu sagen, der Mund ist halb geöffnet, die Gesichtszüge noch unterwegs zum mimischen Ziel. Dazu eine wenig einladende Geste. Man kann sich den Eindruck nicht verkneifen: Hier sollte der Interviewpartner unattraktiv gezeigt werden. Auch eine Methode, ein informierendes Format zur Kommentierung zu nutzen.

Eine weitere Auffälligkeit: Der Titel des Interviews lautet "Ich kann auch anders". Ganz schön markig! Provokant! Herausfordernd! Kraftmeierisch! Im Fließtext lautet die entsprechende Stelle wiefolgt:

"Westerwelle: Ich habe eine Engelsgeduld. Aber die FDP kann auch anders. Das haben die Christsozialen im bayerischen Landtagswahlkampf erleben können. Seitdem haben sie die absolute Mehrheit verloren und regieren jetzt mit der FDP. Daran sollte die CSU gelegentlich denken." (Spiegel)

Aus "Die FDP kann auch anders" die Überschrift "Ich kann auch anders" zu machen - ist das die Freiheit journalistischer Interpretation?

Freitag, Februar 26, 2010

Stöhnen, Pressen, Röhren

Aus Anlass der Winterolympiade erschien schon vor einigen Tagen in der SZ eine Analyse der akustischen Symptome der Sportreporterlautsprecher.

"
Der Reporter Bernd Schmelzer [...] röhrt - und in seiner akustischen Dauerbrunft gibt es kein Piano und keine Pausen, keinen Witz und erst recht keine Ironie. Nur den martialischen Schall des Kasernenhofs. Männer, ihr müsst brennen! Aber ihr müsst doch nicht immerzu brüllen!"

Der ganze Artikel Die Brüller ist in der Online-Ausgabe des Jetzt-Magazins geparkt.

Donnerstag, Februar 11, 2010

Helene Hegemann.

"es gibt etwas zu verbergen: einen substantiellen Mangel an Erfahrung [...] jeder dieser Sätze schreit: Ich bin das Leben, ich bin das pralle, wüste, wilde Leben, und jeder Satz schreit immer lauter, weil er nicht wahr ist und weil seine Autorin das weiß. Das nahezu unerträglich Schrille an Axolotl funktioniert wie der Exzess im avancierten Regietheater: als Versuch, jeden Zweifel an seiner Lebendigkeit niederzubrüllen." (Thomas Steinfeld in der SZ)

Dienstag, Februar 02, 2010

Mer kennt sich, mehr hilft sisch

In der aktuellen Ausgabe des Kölner Lokalmagazins Stadtrevue findet sich ein hervorragend geschriebener Beitrag über die Schiebereien rund um die Messehallen der Stadt am Rhein. Der Autor des Beitrags, Georg Wellmann, wurde 2005 vom Netzwerk Recherche für seine mehrteilige Dokumentation über das Thema mit dem Leuchtturm für besondere publizisistische Leitungen" ausgezeichnet.

Mittwoch, Januar 13, 2010

Donnerstag, Dezember 17, 2009

Ausgeglichene Lastenverteilung

Aus einer Stellenausschreibung:

"Der/die wissenschaftliche Mitarbeiter/in übernimmt alle im Teilprojekt anfallenden Arbeiten."

Mittwoch, Dezember 16, 2009

Dresscode

"(...) was für ein Verbrechen ist es, wenn ein Minister in gut sitzenden Anzügen an die Öffentlichkeit tritt?" verteidigt FJW unseren KTzG

Donnerstag, November 26, 2009

Multipel

"Er war Fuchs, Wolf, Adler, Löwe." FJW über FB

Freitag, November 20, 2009

Elli Pirelli

Spiegel Online u.a. weisen dieser Tage auf den neuen Pirelli-Kalender hin, der - comme toujours - Firmenprodukte durch Fachkräfte präsentieren lässt. Dabei wird v.a. auf den im Kalender umgesetzten neuen Trend zur Natürlichkeit hingewiesen, der v.a. dadurch erreicht werde, dass die Bilder - wie sonst immer - nicht retuschiert seien.

Wenn man sich das Opus genauer anschaut, hat man eher den Eindruck, dass Pirelli unverfrohren von American Apparel Werbung" klaut. Und die Models der Kampagne sind sehr wohl retuschiert! Allerdings hat deren Art Director davon abgesehen den Models eine 3. oder 4. Brust anbringen zu lassen (was natürlich die Attraktivität verdoppelt!)

Hingegen sind die schmutzigen dreckigen AA Werbungen ein sehr angenehmer Kontast zur prollo-Nacktheit der Bräute aus dem Pirelli Katalog im letzten Jahr.

(Mit Dank an Coco Chapal)

Montag, Juli 27, 2009

ratch

Heute Morgen schon Spaß bei ein wenig Lektüre von Harry Rowohlts gesammelten Kolumnen gehabt.

Aus der Filmkritik zu "Batmans Rückkehr":

"Was ist ein RATCH? Im Presseheft steht: "Die Stuntkoordinatoren Max Kleven und Charlie Croughwellarbeiteten mit ratches, durch die sie die Rekordzahl von 14 Leuten oder 13 Autos auf einmal in die Luft jagen konnten." Egal, was es ist: Das Teil hol ich mir."

Dienstag, Juli 21, 2009

Unnütze Dinge

"Mein Wille macht einen invaliden Eindruck. Aber das ist begreiflich. Kaum eine Niederlage meines Lebens, bei der er nicht dabei war, in den hintersten Reihen fechtend, als erster auf der Flucht, am längsten im Spital, am eiligsten bei der Kapitulation."

Alfred Polgar - Drei unnütze Dinge

Montag, Juli 20, 2009

Geschäftsmodell

"Es war eines jener Lokale deren ganzes Geheimnis in den zwei Worten steckt: Keine Pause!"

Alfred Polgar - Der verlogene Heurige

Montag, Juli 06, 2009

Cum Grano Salis

"Wir leben gegenwärtig ja keineswegs „im Kapitalismus“ - wie eine so gedankenlose wie hysterische Rhetorik neuerdings wieder suggeriert -, sondern in einer Ordnung der Dinge, die man cum grano salis als einen massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus auf eigentumswirtschaftlicher Grundlage definieren muss."

Peter Sloterdijk in der FAZ